Mittwoch, 24. August 2016

Rundu

Neben einer langen Fahrt in den Norden stand uns heute erstmal der Kauf eines neuen Reifens bevor. Nachdem wir telefonisch einen Händler ausfindig gemacht hatten, der unsere Größe vorrätig hatte, ging es in das 100 km entfernte Tsumeb, das wenigstens so halbwegs auf unserer vorgesehenen Route lag. Die Mitarbeiter staunten nicht schlecht, als sie unseren völlig zerfetzten Reifen sahen. In Windeseile zogen sie dann einen neuen auf und montierten diesen freundlicherweise gleich. Mal abwarten, ob unsere Versicherung den Reifen am Ende der Reise bezahlt...

Nach ein paar Besorgungen ging es dann weiter zu einem riesigen Affenbrotbaum oder Baobab, wie er hier genannt wird. Mit seinen 18,5 m Stamm-Umfang sahen wir davor recht mickrig aus. Nach ein paar Kletterübungen und Fotos ging es dann aber endgültig in Richtung Caprivi. Der nördlichste Zipfel Namibias wird bestimmt durch den Kavango-Fluss, welcher die Region insgesamt viel grüner erscheinen lässt. Dies fiel uns bereits auf der Fahrt auf, da immer mehr Palmen und in voller Blüte stehende Bäume erschienen.

Nach einem Veterinärzaun folgten dann links und rechts der Fahrbahn ununterbrochen kleine Siedlungen aus einfachsten Holz- und Wellblechhütten. Die Kinder spielten mit selbstgebastelten Drahtautos und kickten mit Dosen als Fußbällen. Die Männer fuhren mit Ochsenkarren an der Straße entlang und die Frauen trugen alles mögliche auf ihren Köpfen durch die Gegend. Afrika pur! Bei all der Armut lachten aber dennoch all die Kinder und wir hielten schließlich an einem Verkaufsstand mit selbstgemachtem Holzspielzeug. Nachdem sich die ganze Family mit ungefähr 10 Kindern um uns versammelt hatte, schenkten wir den Kindern eine Packung Kekse und kauften zwei Elefanten, bevor wir weiter zu unserer Lodge fuhren.

Direkt am Kavango gelegen, war die Lodge natürlich der ideale Startpunkt für eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang. Der Fluss trennt Angola und Namibia voneinander, so dass wir genau genommen mehrfach die Länder wechselten. Auf dem gegenüberliegenden Ufer wuschen die Menschen ihre Wäsche und badeten im Flusswasser, während um uns herum ein Nilpferd im Fluss schwamm und die Krokodile entspannten. Bei Sekt und Snacks erlebten wir den Sonnenuntergang, bevor es zurück zur Lodge ging.

Dienstag, 23. August 2016

Etosha-Nationalpark - Tag 3

In Namibia bin ich irgendwie zum Frühaufsteher geworden. Obwohl heute eigentlich Ausschlafen auf dem Programm stand, lag ich nämlich mal wieder um 6 Uhr wach im Bett und konnte nicht schlafen. Das brachte mich auf die Idee, vor dem Frühstück schnell schonmal mein Glück im Etosha zu versuchen. Meli wollte mich nicht alleine fahren lassen und quälte sich deshalb auch aus dem Bett. So waren wir um kurz vor 7 auf dem Weg. Da der Eingang direkt neben der Lodge liegt, sollten uns also 1,5 Stunden im Park bleiben, um noch rechtzeitig zum Frühstück zu kommen...soweit zumindest die Theorie. Leider nehmen es hier nämlich auch manche Torwächter genauer als andere und so dauerte es eine geschlagene halbe Stunde bis die drei Autos vor uns endlich abgearbeitet waren und wir in den Park einfahren durften.

Es blieb uns also nicht mehr allzu viel Zeit und wir mussten uns auch noch für ein Wasserloch entscheiden. Gesagt, getan und so brausten wir in Richtung unseres Ziels. Und was soll man sagen...Volltreffer! Neben einer Zebra-Herde und einer Giraffe war der König der Tiere höchstpersönlich gekommen! Zwei Löwen räkelten sich gemütlich in der Nähe des Wassers, während alle anderen Tiere sich deshalb nicht herantrauten.

So beobachteten wir das rege Treiben eine zeitlang, bevor es zum Frühstück zurück ging, wo wir unsere Mitreisenden leider etwas neidisch machen mussten. Den übrigen Vormittag entspannten wir dann am Pool, bevor wir nachmittags nochmals gemeinsam eine Runde durch den Etosha drehten. Erklärtes Tagesziel: ein Leopard. In dem Wissen dass dies schwierig werden würde, machten wir uns dennoch auf den Weg von Wasserloch zu Wasserloch. Wir fanden zwar einige Elefanten, Giraffen und eine große Zebra-Herde versperrte uns vorübergehend den Weg, der Leopard blieb aber leider verborgen. Wir beschlossen deshalb nochmals zu dem Wasserloch vom Morgen zu fahren, in der Hoffnung dass die Löwen sich dort vielleicht noch aufhalten. Kurz bevor wir es erreichten, schrie Meli auf einmal "Leopard!". Vollbremsung! Rückwärtsgang! Vollgas! Und tatsächlich, ungefähr 10 Meter neben der Fahrbahn schlich sich unser Tagesziel durch die Büsche. Da er leider nicht vor hatte sich deutlicher zu präsentieren, reichte es nur für ein kurzes Beweisbild, bevor sich der Leopard in die Büsche legte und fast vollständig mit der Umgebung verschmolz.

Die beiden Löwen, welche tatsächlich noch am Wasserloch im Schatten schlummerten, wurden bei all der Aufregung dann fast zur Nebensache. So ging es dann pünktlich zum Sonnenuntergang wieder zurück zur Lodge, wo wir zufrieden den Abend ausklingen ließen.

Montag, 22. August 2016

Etosha-Nationalpark - Tag 2

Unser langhalsiger Freund verabschiedete uns beim Beladen des Autos, bevor wir uns auf den Weg quer durch den Etosha-Nationalpark machten. Unsere nächste Unterkunft befindet sich nämlich am östlichen Zugangstor, welches ein gutes Stückchen entfernt ist.

Mit der großen Hoffnung heute einen Löwen zu sehen, begannen wir bei den südlichen Wasserlöchern. Ein bisschen schade ist dabei, dass man recht schnell 'abstumpft'. Große Zebra-, Gnu- oder Springbockherden sind schon fast keine Besonderheit mehr, obwohl sie ebenfalls toll anzuschauen sind. Unser erstes Highlight des Tages erwartete uns dann aber am fünften Wasserloch, wo wir einen Teil unserer Elefantenherde vom Vortag wieder fanden. Während wir uns an den etwa 10 Tieren erfreuten, strömten  plötzlich aus dem Gebüsch von allen Seiten weitere dazu. Letztendlich waren es 43 Elefanten rund um das Wasserloch, welche tranken, badeten und sich nass spritzen!

Völlig begeistert von den vielen Riesen fuhren wir weiter. Und nur wenig später stellten wir fest, dass uns das Glück auf unserer Reise treu geblieben war: Bereits in der Nähe des nächsten Wasserlochs standen einige Fahrzeuge um einen großen Baum herum. Schnell zeigte sich auch warum: Eine einzelne Löwin lag im Schatten und beobachtete die Springböcke an der nahegelegenen Wasserstelle! Die Freude in unsrem Fahrzeug war riesig. In der nächsten halben Stunde beobachteten wir, wie sie sich an die mögliche Beute anpirschte, sich dann doch wieder ausruhte und selbst ein paar Schlücke trank.

Freudig und erleichtert ging es weiter an Wasserlöchern mit Elefanten, Giraffen und einem Nashorn vorbei in Richtung Osten. Kurz vor dem Parktor entdeckte Hannah dann noch unseren 50. Elefanten des Tages direkt am Fahrbahnrand. Nur wenige Meter vor ihm hielten wir an, um ihm beim Fressen zuzuschauen. Als er dann die Fahrbahn überquerte, drehte er sich plötzlich zu uns und lief direkt aufs Auto zu. Die Fahrzeuge hinter uns begannen bereits alle zurück zu setzen. Geistesgegenwärtig erinnerten wir uns jedoch an den Hinweis eines Guides, sich in einem solchen Falle nicht zu bewegen und schon gar nicht wegzulaufen oder im diesem Falle wegzufahren. So blieben wir wie erstarrt im Auto sitzen, bis der Elefant unser Auto fast berührte. Mit aufgestellten Ohren staubte er uns kurz ein, um dann abzudrehen und seinen Weg in die ursprüngliche Richtung fortzusetzen. Was für ein Moment!

Mit schwitzigen Händen erreichten wir schließlich das östliche Parktor und die direkt dahinter gelegene Lodge. Für Hannah und Nick gab es wie fast schon üblich eine Flasche Honeymoon-Sekt und anschließend leckeres Namibia-Barbecue :)

Sonntag, 21. August 2016

Etosha-Nationalpark

Wie bereits angekündigt stand heute der Etosha-Nationalpark auf unserem Tagesplan. Da man dort früh morgens und spät abends die besten Chancen auf Tiersichtungen hat, fuhren wir bereits vor 6 Uhr los und waren pünktlich zur Parköffnung (immer bei Sonnenaufgang) am Gate.

Aufgrund der hohen Erwartungen waren wir von den ersten Wasserlöchern etwas enttäuscht. Diese waren entweder ausgetrocknet oder es gab 'nur' diverse Antilopen zu sehen. Da jedoch bereits im Vorfeld bekannt war, dass man Glück und ordentlich Geduld benötigt, ließen wir nicht locker und wurden nach knapp 3 Stunden dann mit der ersten Gnu-Herde an einem Wasserloch belohnt. Als wäre der Nationalpark erst jetzt erwacht, ging es von da an Schlag auf Schlag: Zebra-Herden, Giraffen, Warzenschweine, Strauße, eine Hyäne und zum goldenen Abschluss eine große Elefantenherde mit jeder Menge Jungtiere! Etosha wie aus dem Bilderbuch.

Störend (wenn auch verständlich!) ist lediglich die Tatsache, dass man das Fahrzeug nie verlassen darf. Insbesondere für die Mädels auf der hinteren Sitzreihe, wird das nach einiger Zeit ganz schön unbequem... So machten wir uns mittags wieder auf den Weg zurück zur Lodge. Der König der Tiere sollte uns heute vorerst verborgen bleiben, aber wir haben ja glücklicherweise noch ein paar Tage.

In der Lodge erwartete uns neben dem kühlen Pool dann auch noch eine der Giraffen, welche sich wohl ab und zu den Weg zur Poolbar bahnt und sich dort ein wenig streicheln ließ. Mit ihrer rauen Zunge testete sie dann noch, ob ich auch wirklich nix leckeres zu futtern in den Händen hatte, bevor sie sich zurück auf den Weg zum Wasserloch machte. Dorthin folgten wir ihr dann auch, mit der Besonderheit, (Zitat Meli) dass wir die Eingezäunten waren und nicht die Tiere :)

Samstag, 20. August 2016

Okutala Lodge

Zuerst eine kurze Info: Alle Fotos der letzten Tage sind dank Wi-Fi in unsrer neuen Lodge online!

Früher als üblich machten wir uns heute auf den Weg, da wir unser nächstes Ziel bereits mittags erreichen wollten. So flogen wir nach einem kurzen Check am Veterinärzaun bereits um 9 Uhr über die Schotterpiste in Richtung Osten. Die Fahrbahn war in bereits fast schon gewohnt schlechtem Zustand, aber nach 100 km war Asphaltstraße in Aussicht. Kurz bevor wir sie erreichten, ließ uns ein lautes Rasseln hinten rechts jedoch aufschrecken. Eine schnelle Nachschau bestätigte unsere Befürchtung leider: unseren kompletten Reifen hatte es zerrissen!

Es half also alles nichts: Ab unters Auto kriechen und mit dem bescheidenen Wagenheber das Auto aufbocken. Positiv überrascht waren wir von den anderen Autofahrern, die allesamt anhielten und Hilfe anboten. Doch da mussten wir alleine durch. Eine dreiviertel Stunde später und ordentlich eingestaubt war das neue Rad montiert und es konnte weitergehen.

Kurz nach dem Mittag erreichten wir schließlich die Okutala Lodge südlich vom weltberühmten Etosha-Nationalpark. Bereits bei der Begrüßungsrunde waren wir vollkommen begeistert: Hier tobt das Leben! Von Giraffen, über Erdmännchen, Pfauen und Vogelsträußen war hier in und um die Lodge alles geboten. Auf den Betten wartete dann noch eine Flasche Amarula auf jedes Paar und von den Terrassen haben wir einen tollen Ausblick auf das Wasserloch.

Für den Nachmittag stand dann noch eine Fütterungsrunde mit der lodge-eigenen Tierärztin auf dem Programm. Los ging es mit einigen geretteten Elefanten, die in einem Gehege auf ihre Auswilderung vorbereitet werden. Das wenige Monate alte Elefanten-Baby hatte unsere Herzen im Sturm erobert! Insbesondere weil es uns mit seinem kleinen Rüssel dann noch ausgiebig inspizierte.

Weiter ging es zum Wasserloch, wo die wild lebende Nashornmutter mit ihrem Jungen gerade graste. Als wären das nicht schon genügend neue Eindrücke, folgte anschließend die Raubkatzenfütterung. Mit atemberaubender Geschwindigkeit rasten 4 Geparden direkt auf unser Safarifahrzeug zu, um über die kurz davor platzierten Fleischstücke herzufallen. So nah und ohne Zaun dazwischen kommt man diesen beeindruckenden Tieren wohl nur selten. Als einer der Geparden dann noch unser Fahrzeug genauer in Augenschein nahm, stieg der Adrenalinspiegel noch zusätzlich an. Abgerundet wurde die Tour dann noch durch zwei Hyänen und zwei Leoparden, wo wir dann aber doch ganz froh um den vorhandenen Zaun waren. Alle Tiere hier wurden von anderen Konzessionen übernommen, um hier dann wieder in ein größeres Stück Natur entlassen zu werden.

Die Lodge gehört schon jetzt zu den absoluten Highlights und das ist erst der Anfang. Am Abend folgte dann noch ein leckeres Barbecue, bevor es dann zeitig auf die Zimmer ging um für den morgigen Ausflug in den Etosha-Nationalpark fit zu sein.

Palmwag - Tag 2

Mit einem mäßigen Frühstück starteten wir in den Tag und entspannten anschließend erstmal eine Runde in unseren 'Zelten' und am Pool. Erst um 15 Uhr stand heute für uns nämlich der Game Drive auf dem Programm, bei welchem wir natürlich darauf hofften nochmals Elefanten zu sehen.

Doch wir wurden schon etwas früher überrascht: Als ich zwischenzeitlich auf dem Weg zu unserem Zelt war, bemerkte ich ein vertrautes Knacksen im Schilf. Ein kurzes Abwarten bestätigte meine Vermutung: Langsam aber sicher näherte sich im hohen Schilf unser grauer Riese  von gestern wieder der Lodge. Prompt bahnte er sich wieder seinen Weg durch das Schilf, über Wege bis in die Lodge, wo wir ihn ausgiebig bestaunen konnten. Durch unseren Guide erfuhren wir später, dass es sich um einen alten Elefantenbullen handelt, welcher vermutlich von seiner Herde verstoßen wurde und deshalb nun alleine durch das Gebiet zieht.

Anschließend ging es fast fliegend in unseren Game Drive über. Mit unserem Guide William machten wir uns auf den Weg ins rote Umland. Vorbei an Springböcken und einigen Giraffen ging es ins ruppigere Gelände. Dort fanden unsere kundigen Guides dann schlussendlich auch die dort lebende 9 köpfige Elefanten-Family inklusive Nachwuchs, welche wir vor dem Sundowner dann noch ausgiebig bewundern konnten.

Den Abend verbrachten wir dann mit den Guides gemütlich vor einem kleinen Lagerfeuer, bevor wir uns wieder in unsere warmen Betten kuschelten.

Freitag, 19. August 2016

Palmwag

Heute verließen wir Hendrik und seine Farm nach dem Frühstück wieder. Es ging über Khorixas in Richtung Westen. In einem Supermarkt füllten wir unsere Vorräte auf, mussten jedoch zeitnah die Flucht ergreifen da wir von allen Seiten durch zwielichtige Verkäufer und sonstige Gestalten bedrängt wurden.

Die gemütliche Asphaltstraße endete direkt nach Khorixas und es folgte das bisher schlimmste 'Wellblech' auf unserer Reise. Kräftig durchgeschüttelt erreichten wir etwa 50 km später die versteinerten Wälder. Hierbei handelt es sich um ein Naturphänomen, das seinen Ursprung wohl im Ende der letzten Eiszeit hat. Durch Flutmassen wurden Baumstämme angespült und mit Matsch bedeckt. Über Millionen Jahre hinweg versteinerten die luftdicht verschlossenen Holzstämme und wurden wieder freigelegt.

Durch einen Tipp in unserem Reiseführer fuhren wir am offiziell ausgeschilderten 'Wald' vorbei und bogen kurz darauf bei einem kleinen handgeschriebenen Schild erst ab. Dort fanden wir einen menschenleeren Abschnitt vor, in welchem wir mit dem einzigen vorhandenen Guide die steinernen Baumstämme anschauten. Man kann es teilweise echt nicht glauben, dass es sich mittlerweile um Steine und nicht um Holzstämme handelt, bis man sie berührt hat.

Ein Stückchen weiter auf unserer Route legten wir noch einen Zwischenstop bei einem 'Living Museum' ein, in welchem uns das traditionelle Leben der Damara demonstriert wurde. Während Meli und ich das Ganze recht informativ fanden, waren unsere beiden Lehrer von der Inszenierung nicht so angetan.

Anschließend holperten wir dann weiter von Welle zu Welle und von Schlagloch zu Schlagloch, bis dann etwa 10 km vor dem Ziel hinter einer Kuppe plötzlich eine Ziegenherde teilweise auf der Fahrbahn stand. Von einer Sekunde auf die andere waren alle im Auto hellwach und ich drückte das Bremspedal bis zur Bodenplatte durch. Doch der vollbeladene Geländewagen in Verbindung mit der losen Schotterstraße ließen die Bremskraft nahezu auf Null sinken und so kamen die Ziegen unaufhaltsam näher. Da ein Ausweichen jedoch noch gefährlicher gewesen wäre, sah ich die Ziege direkt vor mir schon durch die Lüfte segeln. Diese packte im letzten Augenblick aber wohl doch noch der Überlebenstrieb und sie rannte los, so dass ich unser Auto durch die entstehende Lücke lenken konnte...Glück gehabt auf beiden Seiten!

Kaum hatten wir uns von dem Schock erholt, passierten wir einen Veterinärzaun und erreichten dann auch schon die Lodge. Unsere 'Zimmer' hier sind kleine Zelte mit teilweiser Holzkonstruktion und einem angeschlossenen Bad und von der Terrasse aus blickt man über ein grünes mit Palmen und Schilf bewachsenes Tal :)

Doch der richtige Hammer sollte erst noch kommen: Nachdem Meli und ich etwas am Pool saßen, bemerkten wir etwas Aufregung im Camp. Ein Blick von der Panoramaterrasse erklärte dann auch den Grund: Direkt darunter graste ein Elefant in gerade mal 10 Metern Entfernung! Nachdem ich schnell zum Zelt gesprintet war, um meine Kamera zu holen und Hannah + Nick Bescheid zu geben, kam der graue Riese dann plötzlich immer näher und näher und näher...und stand irgendwann direkt neben uns mitten in der Lodge! Wir konnten unsren Augen kaum trauen, aber eine schöne grüne Palme dort hatte es dem Elefanten wohl angetan und dieser riss genüsslich in aller Seelenruhe die Palmwedel herunter. Nachdem wir unser Glück dann begriffen hatten, gab es natürlich erstmal Selfies mit unserem ersten der 'Big Five' im Hintergrund, bevor wir diesem dann noch bestimmt eine halbe Stunde beim mampfen zusahen. Einfach unglaublich!

Glücklich und zufrieden ging es dann nach unsrem Abendessen früh ins Bett.

Donnerstag, 18. August 2016

Omburo-Ost - Tag 2

Mit einem leckeren Frühstück begann der Tag auf unserer Farm. Man merkt hier allerdings schon deutlich den Unterschied zu einer Lodge. Es springen keine Angestellten um einen rum, es gibt kein W-Lan, keinen Aussichtspunkt und keine beleuchtete Wasserstelle hier. Alles ist sehr einfach gehalten und um einen herum herrscht absolute Stille. Hendrik, der Farmer, kann einem da fast ein bisschen Leid tun, vor allem da er aufgrund der anhaltenden Dürreperiode  (bereits das dritte Jahr in Folge!) alle seine Rinder verkaufen musste. Er besitzt neben dem Land momentan deshalb nur noch ein paar Pferde und hält sich mit der Produktion von Holzkohle und dem Gästebetrieb über Wasser. Auch wenn Hendrik mit seiner etwas langsameren Art nicht so ganz auf unserer Wellenlänge ist, sind zwei Tage auf der Farm für uns doch mal eine andere Erfahrung, die irgendwie hier dazu gehört. Wir hoffen dass die kommende Regenzeit wieder etwas ergiebiger für ihn wird.

Da es hier auf der Farm tolle Felszeichnungen und -gravuren gibt, stießen nach dem Frühstück noch ein paar Tagesbesucher dazu und auf der Ladefläche des Farmtransporters ging es dann einmal quer über das Gelände. Die Zeichnungen selbst sind hier viel deutlicher und detailreicher als die an der Spitzkoppe, so dass sich der kleine Trip durchaus lohnt. Zudem können wir uns bei der Weiterfahrt den Ausflug nach Twyfelfontein sparen, wo sich ebenfalls Felszeichnungen befinden. Dort soll es jedoch aufgrund der Anerkennung als Weltkulturerbe mittlerweile touristisch etwas überlaufen sein.

Da es auf unserer Farm ansonsten wie erwähnt nicht allzu viel zu tun gibt, machten wir uns nachmittags nochmal auf den Weg zur benachbarten Vingerklip - Lodge. Beim dortigen Wasserloch konnten wir dann endlich die ersten Zebras unserer Reise entdecken! Neben ein paar Kudus und Pferden stillten sie dort in Ruhe ihren Durst. Wir spielten in der Zwischenzeit auf dem Aussichtspunkt Karten. Als sich dann nach einiger Zeit die weiblichen und männlichen Fronten aufgrund des langen Aufeinandersitzens zunehmend verhärteten, traten wir den Rückzug zu unserer Farm an.

Dort stand dann bald schon das Abendessen bevor und es gab erfreulicherweise Braai. Allerdings sollte man dazu vielleicht erwähnen, dass dies das afrikanische Wort für Grillfleisch ist :) So gab es Kudu-Bratwurst, Rindfleisch und Hähnchenschlägel mit leckeren selbstgemachten Salaten. Bei einer Shisha und unsrem restlichen Wein ließen wir den Abend schließlich ausklingen.

Mittwoch, 17. August 2016

Hohenstein + Omburo-Ost

Der heutige Tag begann mit einer frühen Wanderung rund um die Hohenstein Lodge, bevor es dann zum Frühstück ging. Spontan beschlossen wir zeitig aufzubrechen, um den verbleibenden Tag noch an unserem nächsten Ziel nutzen zu können.

So waren wir bereits um 10 Uhr wieder unterwegs und kämpften uns über Schotterstraßen in den Norden, wo wir kurz vor unsrem Ziel dann schon wieder auf Giraffen stießen :) Diesmal speiste die kleine Herde ein wenig weiter weg, schön anzusehen waren die Tiere aber trotzdem.

Kurz darauf erreichten wir dann gegen 14 Uhr die Gästefarm Omburo-Ost. Einziges Problem: Unser Gastgeber war nicht da! Ein Angestellter drückte uns aber kurz darauf ein Handy in die Hand, woraufhin sich das ganze aufklärte: Unglücklicherweise hatte unseren Hausherrn bei den Einkäufen eine Autopanne ereilt und da die nächstgelegene Stadt hier schätzungsweise 60 km entfernt liegt, konnte es etwas dauern bis er irgendwie wieder zurück zur Farm kam. Unser Plan, noch etwas zu unternehmen, war also kurzerhand ins Wasser gefallenund wir vertrieben uns die Zeit erstmal mit Kartenspielen.

Gegen 4 Uhr kam Hendrik dann wieder zur Farm und begrüßte uns kurz. Da er allerdings dann noch einige Erledigungen machen musste, entschlossen wir uns, den Sonnenuntergang bei der nahegelegenen Vingerklip zu genießen. Hierbei handelt es sich um einen großen Kalksteinturm der im Laufe der Zeit durch Erosionsprozesse entstanden ist und nun wie ein Finger in den Himmel ragt. Glücklicherweise schien außer uns keiner diese Idee zu haben, denn wir waren die einzigen dort :) Die Aussicht auf die umliegenden Ugab-Terrassen war phänomenal und so warteten wir gemütlich ab, bis der Feuerball dahinter verschwunden war.

Zurück bei der Lodge waren dann auch die zwei anderen Gäste bei der Farm eingetroffen und Hendrik erzählte uns noch so einiges über das Farmleben und die Schwierigkeiten mit der aktuellen Dürreperiode hier.

Cape Cross + Spitzkoppe

Nach einem gemütlichen Frühstück mit Meerblick machten wir uns an der Küste entlang auf den Weg nach Norden. Dort erwarteten uns Schätzungen zu Folge ungefähr 80.000 Seelöwen am Cape Cross. Da diese dort ideale Lebensbedingungen haben, vermehren sie sich stetig und tümmeln sich dort auf einem riesigen Haufen. Wenn man am dortigen Parkplatz allerdings die Türen des Autos öffnet, haut es einen erstmal um. Die Tiere stinken einfach bestialisch! Nachdem man sich allerdings überwunden oder die Nase verstopft hat, wird man mit einer faszinierenden Sicht auf die Robbenkolonie belohnt. Die Tiere kommen direkt bis an den kleinen Steg heran und man kann ihnen beim kämpfen, schwimmen und schlafen zugucken.

Nach einer halben Stunde hatte aber insbesondere Hannah dann genug von dem Gestank und wir machten uns wieder auf den Weg ins Landesinnere. Über die Sandpiste flitzten wir bis zur Spitzkoppe, dem höchsten Berg im vulkanischen Erongo-Gebirge. In diesem schönen Nationalpark kletterten wir über einige riesige Gesteinsformationen, bevor wir mit einem Guide noch zum Bushman's Paradise fuhren. Von dieser Anhöhe aus haben früher die Ureinwohner ihr Jagdwild beobachtet. Bei bereits tiefstehender Sonne genossen wir die Aussicht und schauten uns noch die ersten Felszeichnungen unserer Reise an.

Anschließend hielten wir dann doch noch bei einem kleinen Stand am Straßenrand, an dem in ärmlichsten Verhältnissen lebende Einheimische ihre selbstgebastelten Mobiles verkauften. Die kleinen Kids der Familie waren völlig begeistert von unseren Kameras, Melis glatten Haaren und insbesondere unseren Süßigkeiten. Zu völlig überteuerten Preisen kauften wir dann doch noch zwei der Mobiles und ließen sämtliche Lebensmittel dort, um die strahlenden Kinderaugen zu sehen. Wir sind noch am grübeln, wie wir im Norden diesen Kindern und Familien etwas widerstehen sollen...

Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir schließlich die Lodge, wo es nach einer schnellen Runde im eiskalten Pool unser heißgeliebtes Eland-Steak zum Abendessen gab.

(Wenn ihr wie bei diesem Post mal eine Weile nix von uns hört, liegt das in der Regel an nicht funktionierendem Internet in der Lodge, was hier schon mal ab und zu vorkommen kann...)